Daniel Koschitzki

Biographie

Daniel Koschitzki gilt als einer der weltweit führenden Blockflötisten der jüngeren Generation. Ein Romantiker und Visionär, der mit ungewöhnlichem Repertoire und eigenwilligen, kraftvollen Interpretationen Publikum wie Fachpresse regelmäßig in Staunen versetzt. Er spielt mit dem Unerwarteten und kultiviert das Ungehörte. Vor allem dem klassisch-romantischen Repertoire für Blockflöte und Klavier hat der 1978 geborene Blockflötenvirtuose in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Recitalen in Europa, Estland, den USA, Kanada und Brasilien eine völlig neue Stimme verliehen und damit für regelrechte Begeisterungsstürme gesorgt.

"Ein Paganini auf der Blockflöte, der mit seiner Darbietung nicht nur bewies, dass er zu den Weltbesten seiner Zunft gehört, sondern es auch wagt, die Ästhetik musikalischen Widerstands so zu präsentieren, dass selbst ein eher konservatives Publikum in Begeisterung ausbricht", schrieb die Heilbronner Stimme. In der Washington Post hieß es: "Flights of lyrical fancy and virtuoso decorations that no thrush could warble". Als einen "Ausnahmekünstler, auf den man unbedingt ein Auge haben sollte" beschrieb ihn Hoje em Dia in Bélo Horizonte/Brasilien. Und der Reutlinger General-Anzeiger konstatierte: "Das 19. Jahrhundert, es hätte den Herrn Koschitzki spielen hören sollen, dann hätte es über die Blockflöte gewiss anders geurteilt."

Bereits im Alter von 23 Jahren wurde Daniel Koschitzki Mitglied des weltberühmten Amsterdam Loeki Stardust Quartets. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon als Solist und Kammermusiker im In- und Ausland auf sich aufmerksam gemacht, ein Konzert für den deutschen Bundespräsidenten gegeben und zahlreiche Auszeichnungen erhalten – darunter den 1. Preis beim Internationalen Blockflötenwettbewerb Engelskirchen, den Leonberger Musikpreis, den 1. Preis beim Kammermusikwettbewerb des Kulturfonds Baden e.V. und den Festa Special Award beim International Chamber Music Competition Osaka sowie Stipendien der Stiftung Deutsches Musikleben, der Jürgen Ponto-Stiftung und der Stiftung Yehudi Menuhin Live Music Now. Im Spätjahr 2001 folgte der Durchbruch als Solist beim Moeck/SRP Solo Recorder Playing Competition in London, wo ihm ein 1. Preis zuerkannt wurde. 2002 gab er sein Solistendebut in der Londoner Wigmore Hall, dem zahlreiche Auftritte in Europa, Japan, Taiwan, Nord- und Südamerika folgten.

Von 1999 bis 2007 studierte Daniel Koschitzki an der Staatlichen Musikhochschule Karlsruhe Blockflöte bei Karel van Steenhoven und Klavier bei Michael Uhde und Markus Stange. Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes führte er beide Instrumente parallel bis zum zweiten Aufbaustudiengang im Konzertfach, wobei er auf der Blockflöte solistisch ausgebildet wurde und auf dem Klavier einen Schwerpunkt in der Kammermusik legte. Im Sommer 2007 schloss er beide Studiengänge "mit Auszeichnung" ab. Der 1. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Charles Hennen, den er in Heerlen/ Niederlande mit einem Klaviertrio gewann, ist ein Zeichen für die große pianistische Begabung, die Daniel Koschitzki neben seinen besonderen Fähigkeiten auf der Blockflöte besitzt. Als Pianist arbeitet er momentan verstärkt mit der Blockflötistin Andrea Ritter zusammen. Gemeinsam haben die beiden Musiker das Programm "Bird’s Paradise" konzipiert, für das Koschitzki mehrere Werke arrangiert und komponiert hat. Das Programm verknüpft geschickt Versatzstücke aus Klassik, Pop, Jazz, Kabarett und absurdem Theater und kam mit großem Erfolg unter anderem bei den Blokfluitdagen in Mechelen/Belgien oder dem International Recorder Festival in Montreal/Kanada zur Aufführung.

Die Weiterentwicklung der Blockflöte und ihres Repertoires liegt Daniel Koschitzki besonders am Herzen. Dies schlägt sich in einer regen Zusammenarbeit mit verschiedenen Blockflötenfirmen und –verlagen  sowie in zahlreichen Publikationen in der Fachpresse wie "Tibia" oder "Windkanal" nieder. Zuletzt war er von Juni bis Oktober 2008 an der Entwicklung des neuen Großbasses der Firma Mollenhauer beteiligt. Im selben Jahr realisierte Koschitzki außerdem mit der Firma Moeck Musikinstrumente eine Ausgabe dreier neuer Werke für Blockflöte und Klavier des holländischen Komponisten Chiel Meijering, die er zusätzlich auf einer CD des Verlags einspielte. Weitere Komponisten, mit denen der Blockflötist bereits zusammengearbeitet hat, sind der deutsche Nachwuchskomponist Johannes Motschmann, der namhafte britische Komponist Graham Fitkin, die Hindemith-Preisträger Márton Illés und Lera Auerbach, der Italiener Fulvio Caldini sowie die aufstrebenden amerikanischen Komponisten Kenji Bunch, Daniel Kellogg und Lev "Ljova" Zhurbin. Zu seinen musikalischen Kooperationspartnern zählen die Blockflötisten Dorothee Oberlinger, Maurice Steger und Andrea Ritter, der Trompeter Reinhold Friedrich, die Violinistin Christine Busch, die Sopranistinnen Susanne Rydén, Miriam Alexandra und Andrea Stadel, der Cembalist Alfred Gross, der Gambist Michael Spengler, das niederländische Mondriaan Streichquartett oder auch der Cembalist und Stuttgarter Kirchenmusikdirektor Kay Johannsen, unter dessen Leitung Koschitzki regelmäßig im Ensemble 94 musiziert – zuletzt für eine Einspielung der Weihnachtskantaten Georg Philipp Telemanns.

Daniel Koschitzki ist Gründungsmitglied des 2007 formierten Ensembles Spark, das mit seiner international einzigartigen Besetzung mit zwei Blockflöten, Violine, Violoncello und Klavier und einer innovativen Programmierung bereits im In- und Ausland für Aufsehen sorgte. Außerdem gründete er im Jahr 2006 das Barockensemble Koschitzki & Ritter, in dem er zusammen mit der Blockflötistin Andrea Ritter barocke Meisterwerke für zwei Blockflöten und Basso continuo zur Aufführung bringt. Mit dieser Formation wurde er im Jahr 2009 beim Internationalen Händel Wettbewerb Göttingen mit einem 1. Preis ausgezeichnet. Als Solist und Kammermusiker hat er CDs bei Carus und Channel Classics eingespielt. Seine Konzerte wurden mehrfach im In- und Ausland vom Radio mitgeschnitten oder für das Fernsehen aufgezeichnet, beispielsweise durch die ARD, Sat.1, 3sat, SWR, NDR, WDR, BR, Deutschlandradio, Radio 4 Nederland, KUHF Houston Public Radio und BS2 Tokyo.

Seit 2004 hat Daniel Koschitzki einen Lehrauftrag als Blockflöten- und Klavierlehrer an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe inne. Des weiteren führt er vor allem als Blockflötist Meisterkurse und Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland durch, unter anderem bei den Meisterkursen des Schleswig Holstein-Musikfestivals, als Gastdozent an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar, beim Festival Grenzenlos im Fürstentum Liechtenstein, beim Corso Internationale di Musica Antica in Urbino oder am Musikinstitut in deutscher und ladinischer Sprache in Südtirol. Er ist außerdem ein gerne gesehenes Jurymitglied bei verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben, so z.B. beim Wettbewerb Jugend musiziert, beim Malvern Recorder Competition oder beim Internationalen Blockflötenwettbewerb 2006 in Feldkirch.

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